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Geschäftsrisiko Fachkräftemangel
Tipps, wie Sie neue Mitarbeiter überzeugen und binden: Viele mittelständische Unternehmen wollen wachsen und suchen demzufolge neue Arbeitskräfte. Doch deren Zahl wird immer knapper. Mittelständler bewerten den Fachkräftemangel inzwischen als Bedrohung ihres Geschäfts.
Das Fehlen von Fachkräften: Wie ernst ist die Situation?
Auch die Bundesregierung betrachtet den Mangel an Fachkräften zunehmend mit Sorge und bewertet ihn als „bedeutendes Risiko“ für die Wirtschaft. Deshalb wird derzeit von mehreren Ministerien ein neues Fachkräftekonzept entwickelt, das Themen wie Zuwanderung, Ausbildung und Rente beleuchtet. Im Jahr 2023 verzeichnete der Berufsbereich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung die gravierendste Fachkräftelücke. Aber auch weitere Berufsgruppen im Bereich Gesundheit, Rohstoffgewinnung und IT haben mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen.
Eins ist klar: Ohne Personal kann kein Unternehmen wachsen und finanzielle Einbußen sind die Folge für die Betroffenen. Wir haben 7 Tipps für eine aktive Personalsuche für Sie zusammengefasst.
Was tun gegen den Fachkräftemangel?
7 Tipps für eine aktive Personalsuche
Da im aktuellen Wettbewerb immer weniger qualifizierte Kandidaten von immer mehr Unternehmen umworben werden, ist eine aktive Personalsuche sehr wichtig. Als langjähriger Partner des Mittelstandes haben wir daher wertvolle Tipps aus dem Umfeld unserer Kunden zusammengestellt, wie Sie als Arbeitgeber bei gut ausgebildeten Fachkräften Interesse wecken und sie für einen Job in Ihrem Unternehmen überzeugen können:
1. Rekrutieren Sie regional und überregional
Während Akademiker für einen „spannenden Job“ durchaus bereit sind, in eine andere Stadt umzuziehen, ist die Mobilität bei Fachkräften mit einer Berufsausbildung deutlich schwächer ausgeprägt. Die meisten suchen ihren Arbeitsplatz im Umkreis von 50 km zu ihrem Wohnort. Ein Umzug wird in der Regel nur durch zusätzliche finanzielle Anreize in Betracht gezogen. Für höher qualifizierte Positionen lohnt es sich, auch überregionale Stellenanzeigen zu schalten.
2. Nutzen Sie innovative Recruiting-Möglichkeiten
- Der Einsatz von Printanzeigen in der gängigen Tagespresse kann heute immer noch erfolgreich sein.
- Auch Online-Stellenanzeigen auf Stepstone, Jobware & Co. sind üblich.
- Von der Masse absetzen können Sie sich mit der Teilnahme an Online-Karriere-Messen. Hier bieten Unternehmen einen virtuellen Treffpunkt mit Info-Ständen, ein Auditorium für Vorträge sowie Echtzeit-Chats oder Video-Interviews, bei denen Sie mit Kandidaten ins Gespräch kommen können.
- Apps wie „Truffls“ oder „Talenthero“ bedienen sich des Tinder-Prinzips und liefern mit intelligenten Matching Technologien den passenden Bewerber bzw. Auszubildenden zur Stelle und umgekehrt. Gleichzeitig ermöglichen sie einen schnellen und übersichtlichen Bewerbungsprozess.
- Eine weitere Möglichkeit sind sog. Hackathons, die sich vor allem im technischen Bereich etabliert haben. Bei diesen Events werden Bewerber mit realen Aufgabenstellungen aus dem Unternehmensalltag konfrontiert und entwickeln neue, kreative Lösungsansätze oder sogar Prototypen. Hier zeigt sich schnell, welcher Bewerber für die Aufgabe brennt, während sich das Unternehmen als Impulsgeber, Experte und Marke präsentiert.
- Darüberhinaus erreichen Sie mit Teaser-Kampagnen auf XING oder LinkedIn auch Kandidaten, die aktuell gar nicht auf Stellensuche sind.
3. Sprechen Sie die richtige Sprache
Gerade im Fachkräftebereich spielt das Bedürfnis nach Sicherheit eine zentrale Rolle. Berücksichtigen Sie diesen Aspekt gezielt in Ihrer Kommunikation:
- Senden Sie beispielsweise zeitnah eine Eingangsbestätigung nach Bewerbungseingang und formulieren Sie Absagen in einer wertschätzenden und positiven Tonalität.
- Auch Ihre Stellenanzeige sollte ein authentisches und realistisches Bild des Arbeitsalltags vermitteln – keine Hochglanzversprechen, sondern konkrete Perspektiven und Leistungen, die wirklich überzeugen. Lange Anforderungslisten wirken eher abschreckend. Setzen Sie stattdessen auf Klarheit, Entwicklungschancen und Einblicke:
- Es hat sich bewährt, Bewerber:innen frühzeitig durch den Betrieb zu führen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Fragen vor Ort zu stellen – das schafft Vertrauen und stärkt die Bindung bereits im Auswahlprozess.
4. Betriebliches Gesundheitsmanagement stärken
Studien der Krankenkassen zeigen: Über die Hälfte aller Fachkräfte leiden unter körperlichen oder psychischen Beschwerden – wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen.
- Ein Unternehmen, das die Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz erkennt und aktiv angeht, wird von Mitarbeitenden besonders geschätzt.
- Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden – etwa durch Bewegungspausen, ergonomische Arbeitsplätze oder mentale Gesundheitsangebote – sind nicht nur intern wirksam, sondern wirken auch außen als starkes Argument für Ihre Arbeitgebermarke. Machen Sie diese Aspekte auch in Ihren Stellenanzeigen sichtbar.
5. Heben Sie die Zufriedenheit im Beruf hervor
Der größte Wettbewerber bei der Gewinnung von Nachwuchskräften ist nach wie vor das Studium. Doch Studien zeigen: Ein akademischer Abschluss garantiert weder Zufriedenheit noch finanziellen Vorteil.
- Nutzen Sie diesen Befund aktiv in Ihren Bewerbungsgesprächen und Stellenanzeigen für Ausbildungsberufe:
Zeigen Sie auf, wie sinnstiftend, praxisnah und erfüllend ein Berufsweg im Handwerk, in der Pflege, Technik oder Verwaltung sein kann – und dass Entwicklungsmöglichkeiten auch außerhalb der Hochschule bestehen. - Ein weiterer entscheidender Faktor: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unterstützungsangebote wie die Vermittlung von Kinderbetreuung geben Eltern Sicherheit, sorgen für ein gutes Betriebsklima – und schaffen Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber.
6. Bieten Sie Mehrwert zum Job
Gerade im ländlichen Raum wird es zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Viele mittelständische Unternehmen begegnen diesem Trend mit kreativen Lösungen: Einige kooperieren mit regionalen Sportvereinen, insbesondere im Fußball, und bieten den Spieler:innen Praktikums- und Ausbildungsplätze an – ein effektiver Weg, um lokale Bekanntheit zu steigern und junge Talente frühzeitig zu binden.
Andere Betriebe investieren langfristig in den Fachkräftenachwuchs, indem sie eigene Ausbildungszentren aufbauen und dort praxisnahe Qualifizierungen wie Sprach- oder IT-Kurse anbieten. Das stärkt nicht nur die Attraktivität als Arbeitgeber, sondern auch die regionale Wirtschaft insgesamt.
7. Geben Sie Ihren Mitarbeitern eine Vision
Gerade junge Menschen suchen heute mehr als nur einen Job – sie suchen Sinn und Orientierung. Arbeit soll nicht nur der Existenzsicherung dienen, sondern Teil von etwas Größerem sein. Das zeigt sich auch in der häufig gestellten Frage: „Würden Sie nach einem Lottogewinn weiterarbeiten?“
Die überwältigende Mehrheit antwortet mit „ja“ – sofern der Job bedeutungsvoll ist.
- Nutzen Sie diese Haltung für Ihre Arbeitgeberkommunikation und zeigen Sie klar auf, wofür Ihr Unternehmen steht:
Ob Weltmarktführerschaft, Innovation, Umweltschutz oder nachhaltiges Wirtschaften – eine starke Vision inspiriert und schafft emotionale Bindung. - Ebenso entscheidend sind die Führungskultur und die Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen. Denn Bewerber:innen entscheiden sich nicht nur für eine Stelle – sondern für ein Umfeld, das ihnen Raum zur persönlichen und fachlichen Entfaltung gibt.
Der Fachkräftemangel und seine positive Seite
Durch den Druck auf dem Arbeitsmarkt sind Unternehmen mehr und mehr gezwungen, auch Bewerber in Betracht zu ziehen, die es auf dem Arbeitsmarkt traditionell schwer hatten. Das führt zwangsläufig zu mehr Diversity in der Belegschaft. Und aktuelle Studien weisen darauf hin, dass vielfältige Teams tatsächlich zur Bereicherung für das Unternehmen und die Gesellschaft als Ganzes werden können.
bei der Realisierung Ihrer
Wachstumschancen!
