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Jahresbericht 2023: Wesentliche Kennzahlen im Factoring

08.01.2024 – Der Jahresbericht 2023 des Deutschen Factoring-Verbandes e.V. zeigt eindrucksvoll die Entwicklung und Bedeutung des Factorings im vergangenen Jahr. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen konnte die Factoring-Branche erneut Wachstum verzeichnen. Hier sind die wichtigsten Kennzahlen und Erkenntnisse zusammengefasst.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Im Jahr 2023 sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands um 0,3 Prozent. Trotz dieser leichten Rezession konnte die Factoring-Branche ihren Umsatz um 3,1 Prozent auf ein Rekordniveau von 384,4 Milliarden Euro steigern. Dies unterstreicht die Rolle des Factorings als stabilisierendes Finanzierungsinstrument in Krisenzeiten​.

Factoring-Quote

Die Factoring-Quote, die das Verhältnis zwischen angekauftem Forderungsvolumen und dem BIP misst, entwickelte sich leicht rückläufig und betrug 2023 9,3 Prozent, im Vergleich zu 9,7 Prozent im Vorjahr. Dies lag hauptsächlich an der hohen Inflation, die das nominale BIP stärker steigen ließ als das Factoring-Volumen​.

Debitoren und Kundenzahlen

Die Anzahl der Debitoren stieg auf ein Rekordhoch von 10,7 Millionen, was einem Zuwachs von rund 12 Prozent entspricht. Auch die Zahl der Factoring-Kunden wuchs leicht auf 106.400 Kunden, wobei kleinere Tickets und der Gesundheitssektor signifikant zur Steigerung beitrugen.

Schwerpunktbranchen

Die drei wichtigsten Branchen im Factoring blieben unverändert:

  1. Handel und Handelsvermittlung
  2. Gesundheitswesen
  3. Ernährungsgewerbe

Diese Branchen verzeichneten sowohl absolut als auch relativ zum Gesamtmarkt ein Wachstum. Die Metallverarbeitung und der Maschinenbau komplettieren die Top 5 der Branchen​.

Factoring-Arten

Das Inhouse-Factoring bleibt mit einem Anteil von 64,1 Prozent die dominierende Factoring-Art, obwohl es einen leichten Rückgang verzeichnete. Das Full-Service-Factoring und das Fälligkeits-Factoring konnten ihren Marktanteil auf 27,7 Prozent bzw. 8,2 Prozent erhöhen.

Umsatzgrößen und Forderungslaufzeiten

Im Segment der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stieg der Anteil der Factoring-Kunden auf 96,6 Prozent. Die durchschnittliche Forderungslaufzeit erhöhte sich leicht auf 39,7 Tage, was die zunehmenden Insolvenzen und die schwierige wirtschaftliche Lage widerspiegelt​.

B2C-Factoring und Reverse-Factoring

Das B2C-Factoring wuchs um etwa 25 Prozent auf ein Umsatzvolumen von 12 Milliarden Euro. Hingegen brach das Reverse-Factoring um 28 Prozent ein und erreichte ein Volumen von nur noch 3,9 Milliarden Euro, was das geringste Volumen der letzten fünf Jahre darstellt.

Fazit

Der Jahresbericht 2023 zeigt, dass Factoring weiterhin ein essenzielles Finanzierungsinstrument bleibt, insbesondere in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Mit einem Gesamtumsatz von 384,4 Milliarden Euro und einer breiten Branchenabdeckung leistet Factoring einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und Liquidität vieler Unternehmen in Deutschland.

Für detaillierte Einblicke und weitere Informationen kann der vollständige Jahresbericht des Deutschen Factoring-Verbandes e.V. herangezogen werden.